AutoCAD Civil 3D dient Mensch und Umwelt


Die baden-württembergische Landesgartenschau 2010 findet in der Doppelstadt Villingen-Schwenningen statt, einer Kreisstadt zwischen Bodensee und Stuttgart. Für die Doppelstadt mit Ihren 82.000 Einwohnern ist die Planung und die Durchführung der Landesgartenschau ein Jahrhundertprojekt.

Bei einem solchen Vorhaben spielt die Koordination eine wichtige Rolle. Das mit der Projektsteuerung betraute Unternehmen, die Umwelttechnik GmbH in VS-Schwenningen, sah sich vor eine anspruchsvolle Aufgabe gestellt. Dazu der Geschäftsführer Dipl.-Ing. Rudolf Höhl:

“Die Komplexität der Aufgabenstellung machte mir klar, dass wir das Projekt mit den vorhandenen CAD Programmen nicht bewältigen konnten.”

Zunächst musste Dipl.-Ing. Höhl alle zur Verfügung stehenden Informationen unter einen Hut bringen. Ein Teil des Landesgartenschaugeländes wurde zuvor von der deutschen Bahn als Betriebsgebiet und Lagergebiet genutzt. Die vorangegangene Nutzung ließ schon während der Konzeption auf eine Belastung der Böden durch unterschiedliche Schadstoffe schließen. Um diese zu sondieren, wurde von der DB Netz AB ein eigenes Ingenieurbüro beauftragt.

Das Kataster der Liegenschaften und das Bestandsgeländemodell steuerte die Stadt bei. Die Planung des neuen Geländes stammt von Dipl.-Ing. Fromm, Freier Landschaftsarchitekt BDLA. Diese Daten und die Messergebnisse aus den Bohrungen sollten nun die Grundlage für den zu planenden Bauablauf bilden.

Gesucht und Gefunden

Da diese Angaben nun in den verschiedensten Formaten und Referenzierungen zur Verfügung standen, musste zunächst ein Programm gefunden werden, welches die Formate richtig versteht und den Inhalte korrekt interpretiert. Erfüllt werden diese Anforderungen von dem Autodesk Tiefbau System AutoCAD Civil 3D 2008. Das für die Bedienung und Umsetzung erforderliche Know How steuerte die Bytes & Building GmbH (ehemals CAD PARTNER GmbH) in Bad Dürrheim bei.

Nun konnte die Arbeit beginnen

Am Anfang stand der 3D Abtrags- und Verfüllplan, der eine Übersicht über die anstehenden Erdarbeiten ermöglichen soll. Diese Aufgabe wurde durch den Vergleich von Bestands- und Planungsgelände in sehr kurzer Zeit gelöst. Sehr von Vorteil dabei war, dass AutoCAD Civil 3D 2008 eine große Bandbreite an Funktionen besitzt, um die vorhandenen Geländemodelle einfach und schnell einzubinden und zu analysieren.

Schicht um Schicht

Nun stand die Analyse der einzelnen Erdschichten an. Ähnlich wie in der Archäologie muss das Gelände durch das ausführende Unternehmen schichtweise abgetragen werden. Nur dass man in diesem Fall nicht nach Schätzen sucht, sondern nach den Hinterlassenschaften der jüngeren Vergangenheit. Um den Aushub hinsichtlich der Schadstoffe zu koordinieren, sollte ein Schichtenmodell in 1 Meter Schritten erstellt werden. Der für dieses Vorgehen zu erstellende Plansatz soll eine Ansicht pro Schicht enthalten. Anhand dieser Ansichten und den daraus abgeleiteten Absteckdaten kann der Bauunternehmer Vorort die kontaminierten von den unbedenklichen Bereichen unterscheiden und den jeweiligen Aushub entsprechend deponieren.

Grundlage für die Planung bildete wiederum die Funktionalität von AutoCAD Civil 3D die Bezüge zwischen den einzelnen Bodenschichten einfach und übersichtlich herzustellen. Diese Bodenschichten wurden durch die eingesickerten Schadstoffe und deren Belastungsgrad gekennzeichnet. Da sich daraus ein sehr komplexes CAD-Modell ergab, griff man auf die Funktion von Autodesk Vault zurück.
Datenmanagement

Autodesk Vault wird zusammen mit AutoCAD Civil 3D ausgeliefert. Vault bietet die Möglichkeit, die AutoCAD Civil 3D Zeichnungen auf einem zentralen Server in einer Projektdatenbank abzulegen. Das Programm gestattet Bezüge auf Civil 3D Objekte, zum Beispiel Geländemodelle, ohne dass diese Zeichnung gestartet ist. Im aktuellen Fall stellte eine Mutterzeichnung die verschiedenen Geländehorizonte zur Verfügung. In den Projektzeichnungen konnte man dann auf die einfachste Art den Verlauf der einzelnen Erdschichten exakt analysieren und in horizontalen Schnitten übersichtlich darstellen.

Fazit

Anhand der Ergebnisse aus dieser Betrachtung besitzt die Umwelttechnik GmbH nun die Informationen die eine reibungslose Abwicklung des Projekts gewährleisten. Dazu Dipl.-Ing. Höhl:

“Ohne die Mitarbeit des Systemhauses Bytes & Building GmbH (ehemals CADPARTNER GmbH) und dem System AutoCAD Civil 3D hätten wir das nicht geschafft.”


Umwelttechnik GmbH
Villingen-Schwennigen
www.umwelttechnik-gmbh.com

01.04.2009